Industriegeschichte

Im ehemaligen Getreidekasten wird dem Besucher auf rund 1.000 qm die industrielle Entwicklung der Stadt Dingolfing von der Sämaschine zum Hightech-Automobil aufgezeigt. Hier wird die niederbayerische Erfolgsgeschichte der Firma Glas dokumentiert, die ihre erste Niederlassung 1905 in Dingolfing gründetet und mit dem Bau des legendären Goggomobils ab 1955 die Stadt zum bedeutenden Industriestandort entwickelte. Nach der Übernahme durch die BMW AG entstand in den 70er Jahren eine der modernsten Automobilfabriken der Welt. Heute ist Dingolfing zweitgrößter Produktionsstandort innerhalb der weltweit agierenden BMW Group. Schwerpunkt der Sammlung sind Exponate, die den Weg ins Industriezeitalter aufzeigen.

Die Ausstellung Industriegeschichte

Aufbruch ins Industriezeitalter – Obergeschoss

Schwerpunkt: Die Firma Glas & Lohr Spezialfabrik für Sämaschinen Technischer Fortschritt formte seit dem 18. Jahrhundert die Grundbedingungen industrieller Arbeit. Dingolfing und Umgebung wurden davon besonders nach Eröffnung der Eisenbahnlinie 1880 erfasst. In dieser Zeit tief greifender Veränderungen tritt 1908 die Firma Glas & Lohr mit dem Bau einer Spezialfabrik für Sämaschinen in Erscheinung.

Auf dem Weg in die Neue Zeit – Erdgeschoss

Schwerpunkt: Die Firma Hans Glas GmbH – Die Wirtschaftswunderfabrik

In der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland vollzieht sich im Verlauf der 50er Jahre das „Wirtschaftswunder“. Die Firma Glas steigt in die Produktion von Motorrollern ein. Mit dem Bau des legendären Goggomobils ab 1955 entwickelt sich die Stadt zum bedeutenden Produktionsstandort für Automobile in Deutschland.

Dingolfing mit BMW – Untergeschoss

Schwerpunkt: Das Werk 2 der BMW Group AG – Hochleistungsfabrik

Die BMW AG übernimmt die Hans Glas GmbH und errichtet in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts eine der modernsten Automobilfabriken der Welt. Roboter und Computer ziehen in die Arbeitswelt ein. Das Werk wird zum „Global player“, mit über 20.000 Beschäftigten und einer täglichen Produktion von über 1.000 Automobilen der Premiumklasse.

Der Kastenhof – Industriegeschichtliche Sammlung

Die Erstellung des „neuen“ oder „unteren“ Getreidekastens erfolgt auf besonderen Befehl des Herzogs im Jahr 1477/78.

Auf vier übereinander angeordneten großflächigen Speicherflächen lagert das Getreide der abgabepflichtigen Untertanen. Im österreichischen Erbfolgekrieg 1743 wird der Bau durch Brandschatzung schwer beschädigt. 1750 wiedererrichtet nutzt der Staat das Gebäude bis zum Jahr 1849 weiter als Getreidelager. Zehn Jahre später, 1859, erwirbt die Stadt das Gebäude und verpachtet es. Nachdem verschiedene Nutzungsmöglichkeiten des Getreidekastens diskutiert wurden, reifte 1886 der Entschluss ein Schulhaus zu errichten. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen wird 1892 schließlich die Knabenschule eröffnet. Die schulische Nutzung geht 2003 mit dem Auszug der Herzog Georg Schule zu Ende. Ab Mitte 2008 erhält das Kastengebäude nach der über 100-jährigen Schulnutzung eine neue, museale Funktion. Die industrielle Entwicklung der Stadt Dingolfing wird auf ca. 1000 qm Präsentationsfläche gezeigt. Eine Entwicklung, die geprägt von der Fa. Glas, einmalig in unserem Land ist und nur in Dingolfing am Originalstandort dargestellt werden kann.