SONDERAUSSTELLUNG: EIN(BLICK) IN DIE ALPEN

(Ein)Blick in die Alpen

EIN(BLICK) IN DIE ALPEN

Museum 2020 - im Zeichen der Alpen

 

Im Museumsquartier in der Oberen Stadt stehen heuer die Alpen im Blickfeld der Betrachtung. Die Ausstellung mit dem Titel „(Ein)Blick in die Alpen“ beschäftigt sich in zwei Themenkreisen mit den Erscheinungsformen der Alpen.

1. Dingolfing. Alpine und transalpine Beziehungen.

„Dingolfing“ steht schon in erdgeschichtlicher Zeit in Beziehung zu dem Raum, der uns heute als dreidimensionaler fulminanter Körper gegenübersteht. Wir durchschreiten die Raum/Zeitgeschichte anhand ausgewählter Objekte in der stadt- und industriegeschichtlichen Abteilung. Dazu zählen Objekte, wie der Stoßzahn eines Waldelefanten, die Isar als der reißende Alpenfluß mit der Flösserei und dem Frachtgut „Tölzer Schrank“. Wir betrachten die Archäologie mit ihren Funden zum Alpenraum und der römischen Besatzung. Über Herzog Tassilo III. geht es zügig in das Mittelalter. Hier spielen die Tuchmacher eine wichtige Rolle mit ihrem Fernhandel in „welsche Länder“. Franziskanischer Geist überquert die Alpen, zusammen mit Katakombenheiligen. Welsche Maurer, Kaminkehrer, Händler sind in Dingolfing ansässig. Eine europäische Zugfernverbindung von Triest nach Hamburg über Dingolfing scheitert. Das Goggomobil der Fa. Glas erobert den Großglockner. Gardasee und Mittelmeer liegen nun in Reichweite. Der Turiner Pietro Frua bringt italienisches Design in den Automobilbau. Skiclub und Alpenverein werden zu Alpenvermittlern im Freizeitsport. Wer kennt nicht eine Pizza oder eine Kugel aus der Eis- Manufaktur.

 

2. Lebensfristung im Hochgebirge- ein historischer Rückblick

Dieser Themenkreis befasst sich mit der Lebens- und Alltagswelt der bergbäuerlichen Bevölkerung. Grundlagen der Lebensfristung im dreidimensionalen Raum sind das Klima, die Vegetation und die Höhenstufung. Schon in der Steinzeit dehnte der Mensch seinen Lebensraum bis in die hohen Regionen der Alpen aus, in harter Auseinandersetzung mit der Unwirtlichkeit des Gebirges:

- mit Naturkatastrophen, die blitzartig und unvorhersehbar hereinbrechen;

- mit den Bodenbeschaffenheiten, die nur langfristig und mühsam veränderbar sind;

- mit dem Klima, das sich innerhalb des unmittelbare eigenen Lebens- und Bewegungsraumes in krassen Unterschieden unbeeinflußbare Geltung verschafft;

- mit Vegetationszeiten von extremer Kürze, die abgelöst werden von Zeiten, in denen der Bewegungsraum auf die unmittelbare leibliche Reichweite eingeschränkt erscheint.

Im Laufe der Geschichte entwickeln sich relative kleine Gemeinschaften und Traditionskreise, deren physische und kulturelle Grenzen bestimmt sind von der Struktur der Täler, von der Passierbarkeit der Joche und den Öffnungen zu den Haupttälern, von den Verbindungen zu den randalpinen Kultur- und Wirtschaftszentren. Der von den Menschen genutzte Lebensraum, Wirtschafts- und Arbeitsraum ist bis heute entscheidend bestimmt durch die natürlichen Kräfte und Verhältnisse, aber auch von Faktoren, die der Mensch durch sein unentwegtes Wirken ins Spiel bringt.

Die Ausstellung zeigt exemplarische Beispiele der Landnutzung, der Viehzucht, des Ackerbaus, der Almwirtschaft, der Transhumanz, der Siedlung, der Waldwirtschaft und der bäuerlichen Kleingewerbe.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in der Reihe Museumschriften Band 5. Informationen dazu werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Sobald Führungen zugelassen sind, wird M.A. Georg Rettenbeck durch die Ausstellung führen. Details siehe Tagespresse.

zu den englischen Seitenzu den deutschen Seiten

drucken nach oben